Atemwegserkrankungen
Infektionen auf der IntensivstationThis text will be replaced
Pneumonie und Bronchitis weit verbreitet - rechtzeitige ambulante Therapie hilft Kosten zu sparen
Infektionen der Atemwege gehören zu den verbreitetsten Infektionen und zählen in deutsche Arztpraxen zu den zehn häufigsten Diagnosen. Sie folgen gleich auf so bekannte Indikationen wie Hypertonie, Fettstoffwechselstörungen, Rückenschmerzen, Koronare Herzerkrankung und Diabetes Mellitus. Ist die richtige Diagnose gestellt, erlauben innovative Medikamente in den meisten Fällen ein zielgerichtetes Therapiemanagemet in Praxis und Klinik.
Die ambulant erworbene Pneumonie - eine der häufigsten Infektionserkrankungen
Die ambulant erworbene Pneumonie (CAP), auch als Lungenentzündung bezeichnet, ist eine der häufigsten Infektionserkrankungen weltweit. In Deutschland erkranken jedes Jahr zirka 500.000 Menschen an einer ambulant erworbenen Pneumonie. Die ambulant erworbene Pneumonie ist die häufigste durch Infektion bedingte Todesursache in Deutschland. Zirka 10% aller Patienten, die entweder ambulant oder stationär behandelt werden, versterben im Akutstadium an einer Pneumonie. Innerhalb des folgenden halben Jahres nach Diagnosestellung versterben nochmals 15%.
In den Industrieländern ist die ambulant erworbene Pneumonie (community acquired pneumonia = CAP) eine häufige Ursache für Morbidität und Mortalität. Die Sterblichkeitsraten bei Patienten, die wegen einer Lungenentzündung stationär aufgenommen werden müssen, liegen zwischen 4 und 14 Prozent. Als verursachende Erreger von CAP wird bei bis zu 50 Prozent aller ins Krankenhaus eingewiesenen Patienten Streptococcus Pneumoniae identifiziert. Viele Patienten mit einer ambulant erworbenen Pneumonie leiden unter schwerwiegenden Grunderkrankungen, zu den in 20% der Fälle eine COPD zählt.
Krankheitssituation in Deutschland bei bakteriell bedingten Atemwegsinfektionen
In Deutschland versterben jährlich nahezu 21.000 Menschen an einer akuten Exazerbation (akuter Schub) einer chronischen Bronchitis (COPD). 19.000 Todesfälle resultieren durch eine ambulant erworbene Pneumonie. Unter COPD leiden keineswegs nur Raucher. Rund 60 Prozent der Patienten haben früher einmal geraucht, jedoch nur 20 Prozent der Erkrankten rauchen noch aktuell. Leider gehen viele Patienten erst zu ihrem Arzt, wenn bereits ein hartnäckiger Infekt aufgetreten ist und die Diagnose COPD als Grunderkrankung gestellt werden muss.
Die bakteriell bedingten Atemwegsinfektionen stellen dabei einen hohen Risikofaktor für die Patienten dar, da sie vor der Ersttherapie richtig erkannt und schnell therapiert werden müssen. Diese Aussage mag banal erscheinen. Wenn aber fast 50% aller COPD-Erkrankungen zunächst nicht richtig diagnostiziert und demnach auch falsch oder gar nicht therapiert werden, gewinnt die Aussage für jeden neuen Patienten mit einer Lungenerkrankung an Bedeutung. Bedingt durch unnötige Falschtherapien und vermeidbare Arbeitsunfähigkeiten stellt die Behandlung von ambulant erworbenen Pneumonien zudem einen wichtigen volkswirtschaftlichen Faktor dar.
Sterblichkeit bei Pneumonien ist abhängig von der Primärtherapie
Nach jüngsten Erkenntnissen hängt der Erfolg einer riskoorientierten Behandlung weniger von der Kenntnis des Erregers ab, weniger vom Alter oder Geschlecht des Patienten sondern vielmehr vom Status seines Immunsystems und vor allem von der Kürze der Zeit bis zur Diagnose und Primärtherapie. Die Pneumonie-Sterblichkeit sowie auch die Notwendigkeit der Krankenhausbehandlung sind vor allem altersabhängig.
Bei der Diagnose hat sich eine patientenorientierte Differenzierung bewährt, denn Grundkrankheiten beeinflussen die Entwicklung jeder Infektion ebenso wie Habitus, Risikofaktoren, Alter, Geschlecht und Sozialfaktoren. Als Leitsatz kann gelten: Nicht die Erreger-zentrierte sondern die Patienten-orientierte Behandlung führt schnell zum gewünschten Erfolg.
Sputum – die Farbe erlaubt Rückschlüsse auf eine bakterielle Infektion der Atemwege
Auch wenn es als nur sehr banal erachtet wird: ein hellgelbes bis grünes Sputum ist neben den bekannten Anzeichen einer Infektion ein recht eindeutiges Indiz für eine bakterielle Infektion bei einer Bronchitis. Denn nur in hellgelbem bis grünen Sputum läßt sich in 80% der Fälle bakterielle Erreger nachweisen. Damit ist selbst für den Lungenfacharzt die Farbe des Sputums zur Zeit der einzige banale Test, mit dem es möglich ist, die Erst-Diagnose einer bakteriellen pulmonalen Erkrankung schnell und ohne Kostenaufwand zu untermauern.
Allgemeine Anzeichen einer Infektion
Pharmaökonomie in der COPD
Die Verbreitung für Lungenentzündugen und COPD nimmt auf der Welt kontinuierlich zu. Besonders stark betroffen sind Frauen. Im Hinblick auf die Pharmaökonomie weisen Pulmologen auf dem 49. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. in Lübeck darauf hin, dass Patienten bei einer Verhinderung von akuten Exazerbationen und rechtzeitigen Behandlung seltener stationär aufgenommen werden müssen. Da im Krakenhaus die Pflege des Patienten den größten Kostenfaktor im Krankenhaus darstellt, lassen sich so erhebliche Kosten vermeiden.
Gegenüber dem Patienten ist der Arzt seinem Hippokratischen Eid verpflichtet und nicht politischen Mandatsträgern
Anläßlich der 18. Jahrestagung der European Respiratory Society in Berlin erinnerte Prof. Dr. med. Tobias Welte, Leiter der Abteilung für Pulmologie an der Medizinischen Universität in Hannover in einem leidenschaftlichen Appell an die therapeutische Verantwortung des Mediziners gegenüber jedem Patienten, primär und ungeachtet finanzieller Aspekte an die Verpflichtung jedes Arztes zum Eid des Hippokrates. Er warnte vor einer noch stärkeren Abhängigkeit von den therapeutischen Vorschriften politischer Mandatsträger. Bei weiterem Fortschreiten der jetzigen Gängelungen mache dies auf lange Sicht den Arzt als therapeutischen Entscheider überflüssig. (MEDIZIN ASPEKTE 12/2008)
Die ambulant erworbene Pneumonie - eine der häufigsten Infektionserkrankungen
Die ambulant erworbene Pneumonie (CAP), auch als Lungenentzündung bezeichnet, ist eine der häufigsten Infektionserkrankungen weltweit. In Deutschland erkranken jedes Jahr zirka 500.000 Menschen an einer ambulant erworbenen Pneumonie. Die ambulant erworbene Pneumonie ist die häufigste durch Infektion bedingte Todesursache in Deutschland. Zirka 10% aller Patienten, die entweder ambulant oder stationär behandelt werden, versterben im Akutstadium an einer Pneumonie. Innerhalb des folgenden halben Jahres nach Diagnosestellung versterben nochmals 15%.
In den Industrieländern ist die ambulant erworbene Pneumonie (community acquired pneumonia = CAP) eine häufige Ursache für Morbidität und Mortalität. Die Sterblichkeitsraten bei Patienten, die wegen einer Lungenentzündung stationär aufgenommen werden müssen, liegen zwischen 4 und 14 Prozent. Als verursachende Erreger von CAP wird bei bis zu 50 Prozent aller ins Krankenhaus eingewiesenen Patienten Streptococcus Pneumoniae identifiziert. Viele Patienten mit einer ambulant erworbenen Pneumonie leiden unter schwerwiegenden Grunderkrankungen, zu den in 20% der Fälle eine COPD zählt.
Krankheitssituation in Deutschland bei bakteriell bedingten Atemwegsinfektionen
In Deutschland versterben jährlich nahezu 21.000 Menschen an einer akuten Exazerbation (akuter Schub) einer chronischen Bronchitis (COPD). 19.000 Todesfälle resultieren durch eine ambulant erworbene Pneumonie. Unter COPD leiden keineswegs nur Raucher. Rund 60 Prozent der Patienten haben früher einmal geraucht, jedoch nur 20 Prozent der Erkrankten rauchen noch aktuell. Leider gehen viele Patienten erst zu ihrem Arzt, wenn bereits ein hartnäckiger Infekt aufgetreten ist und die Diagnose COPD als Grunderkrankung gestellt werden muss.
Die bakteriell bedingten Atemwegsinfektionen stellen dabei einen hohen Risikofaktor für die Patienten dar, da sie vor der Ersttherapie richtig erkannt und schnell therapiert werden müssen. Diese Aussage mag banal erscheinen. Wenn aber fast 50% aller COPD-Erkrankungen zunächst nicht richtig diagnostiziert und demnach auch falsch oder gar nicht therapiert werden, gewinnt die Aussage für jeden neuen Patienten mit einer Lungenerkrankung an Bedeutung. Bedingt durch unnötige Falschtherapien und vermeidbare Arbeitsunfähigkeiten stellt die Behandlung von ambulant erworbenen Pneumonien zudem einen wichtigen volkswirtschaftlichen Faktor dar.
CAP - ambulant erworbene Lungenentzündung
CAP - ambulant erworbene Lungenentzündung
Prof. Dr. med. Tobias Welte
- Was versteht man unter CAP?
- Warum ist die ambulant erworbene Lungenentzündung (CAP) so gefährlich für Patienten, wenn Sie ins Krankenhaus kommen?
- Wann ist der gefährlichste Zeitraum für CAP-Patienten?
- Welche Rolle spielt das Alter?
- Welche Aufgaben hat sich das CAP-Netzwerk gestellt?
- Welche pathogenen Keime sind für die CAP entscheidend?
Sterblichkeit bei Pneumonien ist abhängig von der Primärtherapie
Nach jüngsten Erkenntnissen hängt der Erfolg einer riskoorientierten Behandlung weniger von der Kenntnis des Erregers ab, weniger vom Alter oder Geschlecht des Patienten sondern vielmehr vom Status seines Immunsystems und vor allem von der Kürze der Zeit bis zur Diagnose und Primärtherapie. Die Pneumonie-Sterblichkeit sowie auch die Notwendigkeit der Krankenhausbehandlung sind vor allem altersabhängig.
Bei der Diagnose hat sich eine patientenorientierte Differenzierung bewährt, denn Grundkrankheiten beeinflussen die Entwicklung jeder Infektion ebenso wie Habitus, Risikofaktoren, Alter, Geschlecht und Sozialfaktoren. Als Leitsatz kann gelten: Nicht die Erreger-zentrierte sondern die Patienten-orientierte Behandlung führt schnell zum gewünschten Erfolg.
Sputum – die Farbe erlaubt Rückschlüsse auf eine bakterielle Infektion der Atemwege
Auch wenn es als nur sehr banal erachtet wird: ein hellgelbes bis grünes Sputum ist neben den bekannten Anzeichen einer Infektion ein recht eindeutiges Indiz für eine bakterielle Infektion bei einer Bronchitis. Denn nur in hellgelbem bis grünen Sputum läßt sich in 80% der Fälle bakterielle Erreger nachweisen. Damit ist selbst für den Lungenfacharzt die Farbe des Sputums zur Zeit der einzige banale Test, mit dem es möglich ist, die Erst-Diagnose einer bakteriellen pulmonalen Erkrankung schnell und ohne Kostenaufwand zu untermauern.
Allgemeine Anzeichen einer Infektion
- Fieber und Schweißausbrüche
- Husten und Schnupfen
- Atembeschwerden und Auswurf (Sputum)
- Heiserkeit und geschwollene Mandeln
- Abgeschlagenheit und Konzentrationsschwäche
- Gliederschmerzen
Pharmaökonomie in der COPD
Die Verbreitung für Lungenentzündugen und COPD nimmt auf der Welt kontinuierlich zu. Besonders stark betroffen sind Frauen. Im Hinblick auf die Pharmaökonomie weisen Pulmologen auf dem 49. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. in Lübeck darauf hin, dass Patienten bei einer Verhinderung von akuten Exazerbationen und rechtzeitigen Behandlung seltener stationär aufgenommen werden müssen. Da im Krakenhaus die Pflege des Patienten den größten Kostenfaktor im Krankenhaus darstellt, lassen sich so erhebliche Kosten vermeiden.
Gegenüber dem Patienten ist der Arzt seinem Hippokratischen Eid verpflichtet und nicht politischen Mandatsträgern
Anläßlich der 18. Jahrestagung der European Respiratory Society in Berlin erinnerte Prof. Dr. med. Tobias Welte, Leiter der Abteilung für Pulmologie an der Medizinischen Universität in Hannover in einem leidenschaftlichen Appell an die therapeutische Verantwortung des Mediziners gegenüber jedem Patienten, primär und ungeachtet finanzieller Aspekte an die Verpflichtung jedes Arztes zum Eid des Hippokrates. Er warnte vor einer noch stärkeren Abhängigkeit von den therapeutischen Vorschriften politischer Mandatsträger. Bei weiterem Fortschreiten der jetzigen Gängelungen mache dies auf lange Sicht den Arzt als therapeutischen Entscheider überflüssig. (MEDIZIN ASPEKTE 12/2008)

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